Die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung im Main-Kinzig-Kreis wählte vergangenen Donnerstag in der Rodenbacher Rodenbachhalle einen neuen Vorstand. Alter und neuer Vorsitzender ist der ehemalige Landtagsabgeordnete Christoph Degen (Neuberg). Zu seinen Stellvertretern wurden gewählt: Karin Bechtold (Hasselroth) und Dr. Hans-Jochen-Schild (Maintal). Der Vorstand wird komplettiert durch acht Beisitzende.
Auch die Vorsitzende des schulpolitischen Arbeitskreises der SPD-Kreistagsfraktion, Uta Böckel, war gekommen, um aus dem Kreistag zu berichten. Insbesondere ihr Bericht über die vorgenommenen Sanierungsmaßnahmen an den Schulen im Main-Kinzig-Kreis mit Hilfe der kürzlich zur Verfügung gestellten Konjunkturmittel wurde von der Versammlung positiv aufgenommen. „Hier gilt unser ausdrücklicher Dank dem hiesigen SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe, der mit dafür gesorgt hat, dass erhebliche Summen der Konjunkturmittel auch den Schulen des Main-Kinzig-Kreises und der Stadt Hanau zugute kommen,“ betont der neu gewählte Vorsitzende Christoph Degen.
Kritisch wurde zum Schuljahresbeginn die starke Unterrichtsbelastung insbesondere der Gymnasialschüler gesehen, welche den Weg des G8-Turboabiturs gehen müssen. Die Sozialdemokraten befürchten, dass durch die hohen Stundenzahlen kaum mehr Zeit für außerschulische Aktivitäten, ob in Vereinen oder für soziales oder politisches Engagement der jungen Leute, verbleibe.
„Die SPD fordert deshalb eine flexiblere Regelung. Beispielsweise könnte durch eine wahlweise Verkürzung der Schulzeit in der Oberstufe jeder selbst entscheiden, ob er das Abitur in 12 Jahren bewältigen kann oder sich doch 13 Jahre Zeit nimmt“, so der Sonderpädagoge Degen.
Erneut forderten die Sozialdemokraten eine Beteiligung des Landes an den Kosten der Schulsozialarbeit und wiesen darauf hin, dass selbst eine 105%ige Lehrerversorgung wie sie von der Landesregierung zum Ende der Legislaturperiode zugesagt sei, lediglich den Bedarf als Vertretungsreserve decke und den Schulen keineswegs mehr Selbstständigkeit ermögliche.
Des weiteren referierte Degen über seine im Rahmen einer Forschungsreise im Frühjahr gemachten Erfahrungen des kanadischen Schulsystems. Innerhalb von vier Wochen habe er 19 Schulen in drei Provinzen besucht, so Degen, und zeigte sich angetan von dem hohen Grad an individueller Förderung der Schüler.
„Besonders beeindruckt hat mich, dass in der Provinz New Brunswick alle Schüler eine Schule besuchen. Separate Förderschulen oder Förderklassen bestehen seit 1986 per Gesetz nicht mehr. Durch ein an den Bedürfnissen eines jeden einzelnen Schülers ausgerichteten Unterstützungssystems wird sichergestellt, dass jeder einzelne optimal gefördert wird“.
Dies führe keineswegs zu Einbußen im Unterrichtsniveau, so Degen und verweist auf das sehr gute Abschneiden Kanadas bei den PISA-Ergebnissen. „Untersuchungen zeigen: Während die Leistungsschwächeren von der gemeinsamen Beschulung durch stärkere Lernanreize profitieren, sind bei den Leistungsstärkeren keine Leistungseinbußen durch die gemeinsame Beschulung zu verzeichnen“. Im Gegenteil, so werde zusätzlich sogar die soziale Kompetenz im Umgang mit Schwächeren gestärkt.
Abschließend verabschiedete die Versammlung eine Arbeitsagenda für den neu gewählten Vorstand.
Auf dem Bild: der neue Vorstand der SPD Arbeitsgemeinschaft für Bildung im Main-Kinzig-Kreis zusammen mit der Vorsitzenden des schulpolitischen Arbeitskreises der SPD-Kreistagsfraktion, Uta Böckel.
Von links nach rechts:
Rotraud Schäfer, Johannes Bärenfänger, Marlies Fent, Andreas Bär, Christoph Degen, Karin Bechtold, Dr. Hans-Jochen Schild, Harald Krügel, Wilhelm Dietzel sowie Uta Böckel.
Nicht auf dem Bild: Johanna Lotz und Dirk Friebe.




